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Mein Ersteindruck von Virtual Runners – Marcus Mohs

Seit Beginn der Coronapandemie sind virtuelle Läufe sehr beliebt. Hierbei absolviert man die vorgegebene Strecke eigenständig und schickt einen Screenshot oder ein Foto der Laufuhr oder -app zum Veranstalter. Dieser prüft dann alle notwendigen Voraussetzungen und schließlich bekommt man seine Medaille, Urkunde oder T-Shirt zugesandt. In diesem Beitrag möchte ich euch die Plattform Virtual Runners vorstellen. Diese habe ich für meinen ersten virtuellen Lauf genutzt.

Dieser Artikel entstand in eigener Recherche und Initiative. Es besteht keine Zusammenarbeit mit dem hier genannten Anbieter.

Werbung und Internetauftritt

Aufmerksam auf diesen Lauf wurde ich durch eine Werbeanzeige in den sozialen Medien. Sowohl bei Facebook als auch Instagram habe ich Beiträge gesehen. Mein entgültiger Entschluss fiel dann, als ich die toll designte Medaille sah. Sie traf genau meinen Geschmack und ich hatte noch drei Tage Zeit mich anzumelden, die Strecke zu laufen und die Zeit einzusenden.

Der Internetauftritt ist recht unspektakulär und die Website ist sehr einfach, aber übersichtlich gehalten. Für das Hochladen der Zeiten wird ein Account auf dem Läuferportal benötigt. Die Anmeldung hierfür ging zwar schnell, dennoch hatte ich mehrfach das Problem, dass mein Passwort nicht anerkannt wurde. Nach einigen Neueingaben hat es dann aber funktioniert.

Ablauf der Veranstaltung

Die Regeln sind sehr simpel:

  • für den vorgesehen Lauf anmelden und bezahlen
  • in der entsprechenden Zeitspanne die ausgewählte Strecke laufen
  • ein Foto oder Screenshot der Uhr oder App hochladen
  • Name und Zeit händisch eintragen

Die Läufe unterscheiden sich natürlich in ihren Strecken: hier kann meist zwischen 1 km, 3 km, 5 km, 10 km, Halbmarathon und Marathon gewählt werden. Es gibt auch größere Herausforderungen wie 100 km oder 200 km innerhalb eines Monats. Selbst für Kinder, zusammen mit seinem Hund oder auf dem Fahrrad gibt es Angebote. Die Strecken hierfür reichen dann von 500 m bis 70 km und auf dem Rad bis 500 km. Die meisten Läufe kosten ca. 30 €.

Hat man seinen Wunschlauf bezahlt, bekommt man alle wichtigen Informationen per Email und muss ich anschließend im Läuferportal anmelden. Dort berarbeitet man seinen Lauf noch fix und trägt alle notwendigen Daten ein. Optisch lässt der Auftritt des Läuferportals sehr zu Wünschen übrig, erfüllt aber seinen Zweck. Schließlich geht es um ein schnelles und unkompliziertes Eintragen der Daten und Hochladen der Zeiten. Und dies hat wunderbar funktioniert.

Man hat auch die Möglichkeit, seine Zeiten mit Garmin oder Adidas Running direkt vom Handy oder der Uhr einzusenden. Da ich aber weder eine Uhr von Garmin oder die Laufapp besitze, habe ich die Zeit meiner Uhr abfotografiert und das Bild hochgeladen.

Die Preise und Belohnungen

Wie für jede Laufveranstaltung, die kommerziell ausgerichtet ist, gibt es natürlich T-Shirts, Medaillen und Urkunden. Letztere können selbstständig ausgedruckt werden, genau wie die Startnummer. Die mir angebotenen T-Shirts haben 20 € – 30 € gekostet. Der absolute Hingucker sind aber die Medaillen. Ich kann natürlich nur meine eigene erhaltene Medaille als Beispiel heranziehen, ich würde aber sagen, dass die Qualität bei allen anderen auch gegeben ist. Die Medaille ist sehr sauber gearbeitet, liegt schwer in der Hand und auch das Halsband ist sauber genäht und bedruckt. Dem Versandbrief lag noch ein kleiner Zettel bei, auf welchem für eine Bewertung gebeten wird. Dieser ist sehr schlecht gedruckt und die Bildauflösung ist nun wirklich nicht gelungen. Doch darüber kann man hinweg sehen.

Letztendlich war es auch die Medaille, welche mich zu einer Teilnahme bewegte. Nach Absenden meiner Zeit hat es 5 Tage gedauert, bis sie im Briefkasten war. Angegeben vom Veranstalter sind 2 – 4 Tage.

Das große Problem mit virtuellen Läufen

Dies war nicht ohne Grund mein erster virtueller Lauf. Ich habe schon an vielen anderen Laufveranstaltungen teilgenommen, aber immer mit Präsenz. Die Gründe hierfür sind einfach:

  • niemand kann nachweisen, dass ich diesen Lauf absolviert habe
  • niemand kann nachweisen, dass ich zu Fuß untwerwegs war und nicht auf dem Rad
  • vielleicht habe ich ja auch eine alte Zeit zum Hochladen genutzt
  • vielleicht bin ich zwischendurch mehrmals gegangen und habe die Zeit dann pausiert, um eine schnellere Gesamtzeit zu bekommen
  • ich kann schummeln und abfälschen wie ich möchte und niemand würde es merken

Das klingt jetzt vielleicht überdramatisiert, aber es kann eben niemand nachweisen, dass ich mich an alle Regeln gehalten habe. Natürlich gibt es auch immer eine Auswertung und man kann sich mit anderen Teilnehmern und Teilnehmerinnen vergleichen, besonders vertrauenswürdig ist das aber nicht. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie verbissen der Hobbysport oftmals ist. Hier wird noch mehr betrogen und gedopt als im Leistungssport. Und selbst bei einfachsten Veranstaltungen, ohne Leistungsaspekt, große Preise oder Gewinne wird gemogelt, wo es nur geht. Deshalb würde ich einen virtuellen Lauf niemals als Wettkampf bestreiten wollen. Natürlich gibt es auch hierfür Beispiele, bei denen alles sehr genau kontrolliert wird. Aber wenn es um große Preise oder Gelder geht, wird natürlich viel genauer hingeschaut.

Virtual Runners richtet sich aber überwiegend an Hobbysportler. Dies sieht man schon daran, welche Veralstaltungen angeboten werden. Kinderläufe, zusammen mit seinem Hund, Vater- und Muttertag, für neue Kinofilme und weitere. Hierbei sollen der Spaß und die schönen Medaillen im Vordergrund stehen. Und genau hiermit haben sie mich auch überzeugt. Wenn es mal wieder eine so tolle Medaille gibt, wäre ich sofort dabei! Meine gelaufene Zeit und der Vergleich mit anderen spielen für mich hierbei keine Rolle.

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